Nordengland 11 – Housesteads Roman Fort

Von Vindolanda aus fuhren wir noch ein Stückchen weiter nach Norden, direkt an den Hadrianswall. Erstmal fanden wir einen kostenpflichtigen Parkplatz und das typische Kassenhaus mit Andenkenshop vor, aber es waren keinerlei Ruinen in Sicht. Wo war also das Housestead Roman Fort? – Die Dame, die unsere Tickets kontrolliert hatte, meinte nur,  „draußen eine halbe Meile des Weg entlang“. Auch wenn mir Google Maps inzwischen bestätigt hat, dass es wirklich eine halbe Meile war, so kam mir der Weg doch bedeutend länger vor. Aber die Gegend ist toll.

Das Foto habe ich kurz hinter dem Kassenhaus aufgenommen. In der Mitte sieht man ganz klein den Weg…

Das Housesteads Roman Fort war ein römisches Hilfstruppenkastell direkt am Hadrianswall. Es wurde etwa 124 n. Chr erbaut, bald nachdem 122 n. Chr. mit dem Bau des Hadrianswalls begonnen wurde, und hörte im Laufe seines aktiven Daseins auf verschiedene Namen: Vercovicium, Borcovicus, Borcovicium und Velurtion… Es wurde bis zum Abzug der Römer im Jahre 409 n. Chr. benutzt.

Es gab insgesamt 16 Kastelle entlang des Hadrianswalls. Dieses Kastell bildete das achte Glied in der Kette und sicherte damit den mittleren Abschnitt. Es wurde unter Einbeziehung des Walls errichtet, die Wallmauer bildet die nördliche Kastellmauer. Das Gelände ist hier nach Süden und Westen abfallend; man hat also eine gute Sicht in diese Richtungen. Eine Felskante vereinfachte die Verteidigung der Nordseite des Kastells. Es wird angenommen, dass das Kastell hauptsächlich Einfälle nordbritischer Stämme verhindern sollte. In den Anfangsjahren war das Kastell von nur wenigen Leuten besetzt, weil der kurze Zeit später erbaute Antoniuswall weiter nördlich zunächst von dem Hauptteil der Truppen bemannt wurde. Nachdem aber der Antoniuswall aufgegeben wurde, hatte das Housesteads Kastell für viele Jahre eine stabile Besatzung von ca. 800 Mann.

Das Kastell hatte einen typischen rechteckigen Grundriss und erinnerte mich damit stark an die Saalburg im Taunus.

Wir sind eine Weile in den Ruinen herumgelaufen und haben den Blick den Hadrianswall entlang und in die Landschaft genossen.

Wir waren dann noch im angrenzenden Museum, haben uns dort ein Eis gegönnt und ein paar Funde aus den Ausgrabungen betrachtet. Danach mußten wir noch „wohin“; aber eine richtige Toilette gibt es nur im Kassenhaus an dem Parkplatz. Oben bei den Ausgrabungen mußten wir uns mit einem Dixi Klo begnügen. So etwas ist wirklich nicht schön, aber ab einer gewissen Dringlichkeit besser als nichts.

Auf dem Heimweg waren wir nochmal beim Tesco in Hexham einkaufen. Auf dem Parkplatz versuchte ich nochmal telefonisch mit unserem Autovermieter zu konferieren. Wir hatten da seit York so ein kleines Problem: Unsere Frontscheibenwaschanlage funktionierte nicht, was daran lag, dass die die Vorrichtung dafür nur in Einzelteilen und die nicht mal vollständig vorhanden waren. Bei der Filiale der Autovermietung in York konnte man zumindest die Funktion für die Beifahrerseite wieder herstellen; nicht jedoch für die Fahrerseite, dafür fehlten einfach die Teile. Nein, man war nicht fähig uns innerhalb eines Tages ein adäquates Ersatzauto zu besorgen… Ja, man würde uns stattdessen etwas gutschreiben, aber die Details dazu sollen wir bitte mit dem Kundendienst klären. – Ich hatte dies nun einige Tage vor mir hergeschoben, wollte es aber nun endlich hinter mich bringen, zumal wir am Folgetag das Auto ja bereits zurückgeben. Außerdem hatte ich noch einen Fehler in unserer Rechnung gefunden, den ich auch gern korrigiert hätte. – Der Kundendienst will nicht so recht zuständig sein und schließlich telefoniere ich doch wieder mit Manchester, der Ausleihstation. Mein Gesprächspartner will zu der Sache mit der Gutschrift nichts sagen; behauptet aber zumindest den anderen Fehler in unseren Daten korrigiert zu haben. Alles weitere sollen wir dann bitte mit der Rücknahmestation in Edinburgh klären. (Die Telefonate mit den verschiedenen Stellen dieser Autovermietung sind auf dieser Reise immer sehr zäh und ärgerlich…)

Nach dem Einkaufen tanken wir noch schnell. Nach dem Abendessen daheim geht es schon wieder ans Packen, weil am nächsten Tag unsere nächste Etappe ansteht.

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